MarieChen’s Welt

Haben Lügen kurze Beine?

November 15th, 2010

Die Tugend Nummer eins. Eins der Zehn Gebote. Die Ehrlichkeit. Natürlich auch in der Gegenwart ein ziemlicher Fauxpas. Aber bis wohin ist Ehrlichkeit notwendig? Wo beginnen Lügen? Und ab wann ist eine Lüge überhaupt unverzeihlich?
“Steht mir dieses Kleid?”, fragt meine dickliche Freundin, die sich in der Umkleide im Kaufhaus in ein schulterfreies Bandeauxkleid, dass eigentlich 3 Nummern zu klein ist hineingequetscht hat und sich nun stolz vor mir präsentiert. “Das macht doch eine schlanke Taille, oder? ”
Tadaa, so schnell sitzt man in der Zwickmühle. Was sagt man denn in so einer Situation? Die schreckliche Wahrheit, dass ihr dieses Kleid nämlich so gar nicht steht, weder die Farbe, noch der Schnitt noch die ,ähm Größe. Oder macht man gute Miene zum bösen Spiel und bestärkt ihre Begeisterung?
Ersteres wäre moralisch wahrscheinlich besser zu verantworten. Doch diese Option würde mit Sicherheit eine traurige oder beleidigte Miene, eventuelle Tränen oder sogar das vorzeitige Ende des Shoppingtags mit sich ziehen. Ist es das Wert? Bequemer wäre auf jeden Fall das zweite Statement. Aber ist man deswegen ein schlechter Mensch?
Natürlich, versetzt man sich in die Lage des Anderen, würde ich lieber die Wahrheit von meiner Freundin erfahren, als dann im Alltag viele belustigte Blicke zu kassieren.
Aber das muss wahrscheinlich jeder für sich selbst entscheiden, wie hoch die symbolische Latte der Moral bei ihm liegt.
In anderen Situationen ist es dann wieder komplett klar, ob Wahrheit oder Lüge. Vor Gericht zum Beispiel, oder in anderen eher unpersönlichen Situationen. Andererseits ist es durchaus nicht sehr verwerflich, wenn man eine Ausrede erfindet, um zum Beispiel das zu schnelle Fahren vor dem tadelndem Polizisten zu rechtfertigen. Oder um eine nicht gemachte oder vergessene Hausaufgabe in der Schule zu entschuldigen.
Doch bei zwischenmenschlichen Beziehungen scheint die Sache nicht immer so klar zu sein.
Schadet man dem Menschen mehr mit der Wahrheit oder der Lüge? Leider nicht immer zu hundert Prozent zu definieren.
Doch ich denke, wenn man einfach auf seine Intuition hört, und jede falsche Entscheidung beim nächtsten Mal versucht richtig zu treffen, ist man nicht am Falschen weg.

Jagdinstinkt?

November 8th, 2010

Bevor ich mich an dieses, sehr umstrittene Thema wage, möchte ich Euch einmal ein großes Dankeschön für die netten Kommentare entgegenbringen :)

So, nun aber zum eigentlichen Thema. Männer. Ein Thema, dass mich wirklich schon ewig beschäftigt. Eigentlich schon, seitdem ich angefangen habe, Östrogen zu produzieren. Eine Wissenschaft für sich, das ist schonmal keine Frage. Man muss nur eine der Millionen Theorien über ihr Denken oder Ihr Vorgehen erwähnen, und schon könnte man bis an sein Lebensende darüber diskutieren.

Doch über das Thema Männer zu schreiben, wäre eine ziemliche Sisyphusarbeit. Also habe ich mich mit einem wirklich pikantem Thema auseinandergesetzt. Der sogenannte Jagdinstinkt.
Dieser spielt eine Bedeutende Rolle bei der Vorgehensweise von paarungsbereiten Männchen bei der Auswahl ihres ihrer Meinung dazu geeigneten Weibchens. Die Anlehnung an das Tierreich ist keineswegs unbegründet. Denn selten ist ein Thema so komplex und primitiv gleichzeitig.
In der Theorie wäre alles so einfach, Mann gefällt Frau, Frau gefällt Mann. Zack Bum.Klappe zu Affe tot. Glücklich bis ans Lebensende. Doch warum einfach, wenn es auch kompliziert möglich ist? In der grellen, rauen Realität sieht das Ganze meist etwas anders aus.
Mann gefällt Frau, Frau gefällt Mann. So weit so gut. Nun kommen aber beide ins Grübeln. Ist er es wert, mein Singleleben aufzugeben? Will ich sie nur als Betthäschen oder geht es mir vielleicht doch um mehr? Finde ich gar eine/n Bessere/n?
Und genau hier kommt der Jagdinstinkt ins Spiel. Die Theorie besagt, je rarer und kühler uns wir Frauen vor unserem vor Testosteron strotzendem Gegenüber geben, desto interessanter werden wir. Desto mehr wollen sie uns, weil wir praktisch unnahbar sind. Sie müssen sich anstrengen, etweilige Nebenbuhler ausstechen, um unsere Gunst und Liebe kämpfen. Hört sich ziemlich anstrengend an, oder? Ist es mit Sicherheit auch.

Natürlich ist das nur eine Theorie, praktisch ein Versuch, in die für uns Frauen stockdunkel scheinende männliche Psyche etwas Licht zu bringen, doch diverse Selbstversuche bestätigen diese vielleicht etwas kurios wirkende These fast ausnahmslos.
Spielt man von Anfang an Eisprinzessin, mimt man die Unnahbare, kann man sich ziemlich sicher sein, das man genau das damit erreicht, was man will. SEINE Aufmerksamkeit. Ist man hingegen immer nett und freundlich, zuverlässig, einfühlsam, sucht man den Kontakt zu ihm, verliert mann meist schnell das Interesse. Für mich ziemlich unerklärlich.. Vielleicht ist das mit dem ja meinen und nein sagen nicht so weit hergeholt…

Natürlich habe ich auch meinen männlichen Bekanntenkreis schon gehörig über dieses Thema ausgequetscht, mit ihnen praktisch alles mausetot diskutiert. Komischerweise reagieren nur die Wenigsten pikiert und empört, wenn ich meine Thesen aus dem Ärmel schüttle. Natürlich dementieren sie alles, ist ja auch klar… Das mit der Migräne würden wir Frauen ja auch nie zugeben ;) aber ich hatte immer den Eindruck, dass meine Diskussionspartner immer genau wussten von was ich rede, und mir eigentlich nur aus einem Grund nicht rechtgaben. Des Männerstolzes wegen..

Jagdinstinkt hin oder her. Ob er existiert oder nicht, können uns wohl nur die Herren der Schöpfung sagen. Ich für meinen Teil glaube ziemlich sicher, dass nicht nur die Frauen ihre vermurksten Verhaltensweisen an den Tag legen. Nur öfter. Und offensichtlicher.
Doch der großen Hehl um die eventuelle Existenz dieses eher sehr kurios scheinenden Charakterzugs des starken Geschlecht kommt doch nicht von ungefähr, oder?

Freundschaften

September 2nd, 2010

Wir können mit ihnen lachen und weinen, sie sind immer für uns da, die Familie zum aussuchen sozusagen. Freunde. Wir alle sind froh sie zu haben. Ohne sie wäre das Leben nur halb so lustig, aber wahrscheinlich auch nur halb so kompliziert.

Natürlich gibt es Verschiedene Arten von Freundschaften. Da gibt es die eher Oberflächlichen Bar- Freundschaften, die perfekt sind, um sich nach der Arbeit oder Schule noch einen hinter die Binde zu kippen. Es gibt die Zweckfreundschaften, die eigentlich nur als Mittel zum Zweck dienen, natürlich die Besten Freundschafen, die mit einem seit langer Zeit durch Dick und Dünn gehen und noch viele andere.

Die wichtigste Unterscheidung liegt aber wie so oft in den Geschlechtern: Männer - und Frauenfreundschaften. Wie schwarz und weiß. Heiß und kalt, sauber und schmutzig. Unterschiedlicher? Nicht möglich.  Das sagt zumindest das Klischee.

Männerfreundschaften werden eher als stillschweigend beschrieben. Reden ist ja sowieso nicht gerade eine der vielen Stärken des starken Geschlechts. Ohne viele Schnörkel, ohne Streit. Sehr unkompliziert. Wenn etwas nicht passt, wird es hingenommen. Überhaupt wirken  Männerfreundschaften immer sehr tolerant, keiner wird in seinem Tun und Sein irgendwie behindert oder in Frage gestellt, jeder wird so genommen wie er ist.

Frauen sind in dieser Beziehnung hingegen das komplette Gegenteil. Eine Frauenfreundschaft, in der nicht wasserfallartig in jeder freien Minute aufeinander eingeredet wird, ist keine Richtige Frauenfreundschaft. Frauen wollen normalerweise immer das Beste für ihre Freundinnen. Und das wird dann auch lautstark mitgeteilt. Alles wird besprochen. Und wenn ich alles sage meine ich alles. Vom Gang zum Klo bis zum Beziehungs - aus bleibt nichts unkommentiert.  Natürlich kommt es somit auch zu einer höheren Streitrate als bei den eher Stillschweigenden Männerfreundschaften.

Natürlich kann man jetz wunderbar darüber diskutieren und debattieren welche Freundschaft jetzt die praktischere, tiefgründigere oder  anstrengendere ist. Doch im Endeffekt sind wir doch alle froh, das zu sein was wir sind, und die Freunde zu haben die wir haben, oder?

Die elterliche Gesprächskultur

August 15th, 2010

Jeder Mensch hat sie, jeder Mensch liebt sie. Im Normalfall zu mindest. Ich habe wie jeder normale Mensch zwei Eltern. Glücklich verheiratet. Meistens zumindest. Mein Draht zu meinen Eltern ist meistens ganz gut, natürlich wurde er durch das Teenageralter und Pubertätserscheinungen kräftig auf die Probe gestellt, aber prinzipiell ist es ok. Mein Papa ist ziemlich oft unterwegs, ich seh ihn eigentlich nur ein paar mal die Woche Abends. Logischerweise ist die Beziehung zu meiner Mutter etwas besser, was aber mit meinem Alter schon langsam realtiv zu sehen ist, da ich ja schon fast erwachsen bin.

Jeder hat mal Probleme mit seinen Eltern, das ist keine Frage. Aber welche Probleme sind Normal, welche nicht? Meine Mutter pflegte es immer, mich mit anderen Kindern zu vergleichen, zum Beispiel: ” Andere Kinder in deinem Alter helfen mit einer kompletten Selbstverständlichkeit im Haushalt etc. “. Ich denke, sie wollte damit ihren Wunsch ausdrücken, dass ich ihr mehr helfen sollte. Aber wenn ich ihr dann in einer Diskussion vorwarf ” Andere Leute in meinem Alter dürfen viel länger Draussen bleiben als ich “, ließ sie dieses Argument nicht gelten. Natürlich, jedem ist klar, dass Gleichberechtigung zwischen Eltern und Kindern praktisch nicht vorhanden ist. Aber wieso eigentlich?

Ich bin jetzt wie schon oben erwähnt noch ein gutes Jahr zu Hause, sobald ich mein Abbi ind der Tasche habe gehts zum Studium raus aus dem Kaff, wo ich jetzt wochne in eine Großstadt. Ich freue mich seitdem ich klein bin riesig auf diesen neuen, elternlosen Abschnitt meines Lebens. Komischerweise müsste ich doch jetzt langsam das Erwachsenenstadium der geistigen Reife erreich haben. Und Erwachsene sind bekanntlich gleichberechtigte Gegner. Wieso dann nicht erwachsenes Kind und Elternteil? Mir fällt es bekanntlich sehr schwer, mich unterzuordnen, so war es schon immer, desswegen habe ich wahrscheinlich auch mehr Probleme mit meinen Eltern gehabt als Gleichaltrige.

Doch auch heute noch, wo ich doch eigentlich aus dem Gröbsten draussen sein sollte, die Pubertät praktisch überstanden haben sollte, habe ich noch gewisse Differenzen mit meinen Eltern. In manchen Belangen sind wir einfach zu unterschiedlicher Meinung. Wieso zum Beispiel sollte man das Maß an Erlaubtem an einer Zahl festlegen? Es ist nachgewiesen, dass Kinder und Jugendliche sich unterschiedlich schnell entwickeln. Wieso sollte also alles von diesem einem Alter abhängen? Dadurch habe ich mich schon früh benachteiligt gefühlt. Ich war immer eine von den Jüngsten,  und durfte desswegen auch immer viel Weniger als meine Klassenkameraden. Meine geistige Reife und meine Vernunft haben bei der Festlegung meiner ” Grenzen” aber nie eine Rolle gespielt .

Einerseits verlangen die Eltern ein Erwachsenes Auftreten, man soll sich zu Benehmen wissen, die eigene Selbstständigkeit wird großgeschrieben. Andererseits ist keine gleichberechtigte Diskussion möglich. Wenn man ein Argument vorbringt, dass ihnen nicht passt, oder ihnen aus irgendeinem Grund nicht genehm ist, wird man sofort unterbrochen, oder es wird einem der Mund verboten. Überhaupt ist eine gesunde, angenehme Gesprächskultur zwischen Eltern und Kindern fast nie Vorhanden. Das sagen zu Mindest meine Erfahrungen. Diskussionen oder auch schon nur Gespräche als Gleichberechtigte sind praktisch nicht möglich.

Natürlich haben es auch Eltern nicht leicht, Kindererziehung ist sicher keine Lappalie und darin habe ich auch mit Sicherheit keine Erfahrung. Aber ich finde, dass man wenigstens die wichtigsten Grundsätze eines gesunden Gespräches bestehen lassen sollte. Denn ohne eine gesunde Gesprächskultur, kann man auch keine wirklich enge, gute Beziehung zu seinen Eltern bzw. seinem Kind aufbauen.

Die Sache mit den glücklichen Singles

August 15th, 2010

Hallo zusammen!

Heute Nacht war wiedereinmal so eine Nacht, vor der wir uns wahrscheinlich alle fürchten: eine Denkernacht. Nächte wie diese, stehen für mich eigentlich regelmäßig am Tagesplan. Aber gestern war es besonders schlimm. Ich bin jetzt seit guten 7 Monaten single, und das scheint mich doch mehr zu beschäftigen, als ich dachte. Natürlich wünscht man sich hier und da jemanden, mit dem man seine Gedanken und überhaupt sein ganzes Leben teilen kann, aber ich dachte bis heute nicht, dass es mich so dernmaßen beschäftigen könnte.

Ich bin prinzipiell ein Mensch, der das Unerreichbare liebt, wenn ich genau weiß, dass etwas sehr schwer oder garnicht zu erreichen ist, dann zieht es mich magisch an. So auch bei den Männern. Das macht mein ( zurzeit eher nicht Vorhandenes) Liebesleben auch nicht umbedingt unkomplizierter. Vor dieser Nacht hätte ich mich als ziemlich glücklichen Single bezeichnet. Kein Single, der nicht den Kontakt zum anderen Geschlecht suchen würde, aber ein Single, der zurzeit keine Beziehung in Erwägung zieht.

Aber als ich heute Nacht irgendwo zwischen Wachzustand und Traum gefangen war, hatte ich eine wichtige Erkenntnis. Als Single glücklich? Trugschluss. Vielleicht kann man sich einreden, dass das Singledarsein das schönere, unkompliziertere und vielleicht auch praktischere ist, wie es meine inzwischen ebenfalls vergebene beste Freundin früher immer zu sagen pflegte. Aber Single zu sein ist sicher nicht das Angenehmere. Es fehlt eigentlich immer etwas.

Aber vielleicht sollte man nicht alles in einen Topf schmeißen. Single - Ein Wort - Tausend Bedeutungen. Es gibt den Single, der noch nie etwas mit dem anderen geschlecht zu tun hatte, es gibt den, der Sich nach einer längeren Beziehung eine Auszeit von seinem Liebesleben gönnt, es gibt den Single, der sehr viele wechselnde Partner hat, und sich nicht binden oder entscheiden möchte etc. Ich glaube sogar, das jeder Single sein Singledarsein individuell definiert. Doch ich glaube nicht, dass man wirklich über einen längeren Zeitraum wirklich glücklich sein kann, ohne die Wärme, die Geborgenheit und auch die Erotik, die eine Beziehung fast immer mit sicht bringt.

Ich werde auf jeden Fall nach dieser Eingebung wieder etwas aktiver in die Partnersuche stürzen, da mir persönlich wirklich etwas fehlt.



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